Wochenbett

 
Das Wochenbett ist definiert in den ersten acht Wochen nach der Geburt eines Kindes und ist der Übergang in einen neuen Lebensabschnitt. Es ist eine Zeit des Heilens, des Zurechtfindens in neue Situationen, des Kennenlernens und des über sich hinaus Wachsens.
Man unterscheidet das frühe Wochenbett. Es erstreckt sich bis zum zehnten Lebenstag des Kindes und ist vor allem geprägt durch viel Babykuscheln, den Stillstart, die ersten unruhigen Nächte, Wundheilung, Regeneration und Rückbildung, Gefühlsachterbahn und Hormonrausch. Durch eine ruhige Atmosphäre kann eine gute und feste Bindung zwischen Mama und Baby aufgebaut werden.
Das späte Wochenbett dagegen geht vom elften Lebenstag des Babys bis acht Wochen postpartal. In diesen Wochen verlässt man langsam immer mal wieder das Bett oder das Sofa und stellt sich langsam wieder der Welt. Die Wundheilung neigt sich dem Ende, die Rückbildung der körperlichen Veränderungen schreitet voran, die Stillbeziehung zwischen Mama und Baby pegelt sich langsam ein.
Das Wochenbett beschreiben viele Familien als einzigartig, ungewohnt und gefühlsstark. Die Aufmerksamkeit liegt fast ausschließlich auf dem Baby. Auch als Paar müssen die Rollen neu gefunden werden. Mama und Papa müssen sich als Eltern neu kennenlernen und grundlegende Aufgaben z.B. im Haushalt und im Alltag sollten neu verteilt werden.
Unablässig für das Wochenbett ist Kommunikation. Ihr müsst über Eure Bedürfnisse und Wünsche sprechen, denn nur so kann man sich als Paar harmonisch in seine neuen Rollen einfinden.
Teil eines erholsamen Wochenbetts ist eine ausgewogene Ernährung und reichliche Flüssigkeitszufuhr, von der sowohl die Mama als auch das Baby profitieren.
 
Für die ersten Wochen und Monate nach der Geburt eines Kindes wird die Begleitung durch eine Nachsorgehebamme empfohlen. Diese ist Expertin für das Wochenbett und kommt in regelmäßigen Abständen zu den Familien nach Hause, um nach dem Rechten zu sehen. Sie kann eine große Stütze sein, kontrolliert die Gesundheit des Babys, das Stillen oder das Fläschchen füttern, kümmert sich um das Wohlbefinden der Mama und checkt die Rückbildungsvorgänge. Sie ist der erste Ansprechpartner bei Sorgen, hat jede Menge Tipp und Tricks, wenn es Probleme gibt und außerdem immer ein offenes Ohr für die Familien. 


Stillstart.

 
Stillen ist die natürlichste Art der Welt, sein Baby zu ernähren. Durch das erste Anlegen an die Brust gehst du nach dem Durchtrennen der Nabelschnur sofort wieder eine enge Verbindung mit deinem Baby ein.
Optimal für einen entspannteren Stillstart ist es, wenn das Baby innerhalb von dreißig Minuten nach der Geburt an die Brust gelegt wird. Spätestens nach zwei Stunden, denn nur so kann schnell das milchbildende Hormon „Prolaktin“ in den mütterlichen Kreislauf ausgeschüttet werden.
Außerdem ist es sehr empfehlenswert, das Baby unmittelbar nach der Geburt auf die nackte Brust der Mama zu legen. Der enge Hautkontakt, oder auch das „Bonding“ genannt, sorgt für eine bessere Hormonausschüttung und wirkt sich somit positiv auf die Milchbildung aus.  
Du hast auch vor dem Milcheinschuss genug Milch, um dein Neugeborenes zu ernähren. Die Produktion beginnt schon in der Schwangerschaft. Das Kolostrum, oder auch die „goldene Milch“ genannt, ist sofort nach der Geburt da und ausreichend. bis die reife Muttermilch einschießt.
Veraltete Regeln wie „das Baby exakt alle vier Stunden anlegen“, „erst rechts, dann links“, „maximal zehn Minuten“ bitte sofort wieder vergessen!
Dein Baby meldet sich, wenn es hungrig ist und es wird so lange trinken, bis vorerst alle Bedürfnisse gestillt sind. Dazu gehört nicht nur das „Hunger stillen“, sondern auch das Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit und Schutz. Es kennt keine Rhythmen und es interessiert ich auch nicht für deine Tagespläne. Und vor allem möchte es dich nicht ärgern oder dir das Leben schwer machen.
Häufiges Stillen in den ersten Tagen ist ein absolut natürliches Phänomen. Stillen ist ein Lernprozess für Mutter und Kind und kann nur durch ständiges Wiederholen geübt und routiniert werden. Außerdem kann nur so die Milchbildung optimal angeregt werden.
Die Anlegetechnik sollte beim Stillstart besondere Beachtung finden. Lass am besten deine Nachsorgehebamme mal mit schauen, ob du dein Baby „richtig“ an die Brust legst. Der Mund des Babys darf nicht nur den Nippel an sich greifen, sondern so viel Brustwarze und Vorhof in den Mund nehmen wie möglich. „Falsches“ Anlegen kann zu schmerzhaft wunden Brustwarzen führen und auch eine falsche Haltung des Babys kann Unruhe und Anspannung während des Stillens verursachen.
Aber das aller wichtigste, dass du beim Stillen beachten solltest..
Hör auf dein Bauchgefühl! Denk nicht zu viel darüber nach! Einfach machen! Lass dir von niemanden reinreden! Du machst instinktiv alles richtig! 


Babybad.

 
Ich habe schon sehr viele frisch gebackene Eltern dabei begleitet, wenn sie das Baby das erste Mal gebadet haben. Ich gebe meine Erfahrung und mein Wissen, wie Du Dein Baby baden kannst, gerne an Dich weiter und beantworte dir hier die wichtigsten Fragen.

Wann ist der Zeitpunkt für das erste Babybad?
Ein Blick über den Tellerrand hinaus auf andere Kulturen dieser Erde zeigt, dass viele ihre Babys unmittelbar nach der Geburt baden. Dabei ist das gar nicht so gut. Denn die Käseschmiere schützt die empfindliche Haut des Neugeborenen. Daher sollte diese in den ersten Tagen nicht entfernt werden. Darüber hinaus stellt der Nabelschnurrest eine mögliche Eintrittspforte für Keime dar und weicht durch das Baden immer wieder auf.
Als Faustregel kannst du dir merken: Das erste Babybad ist möglich, sobald der Nabelschnurrest abgefallen ist und der Nabel gut verheilt ist.
Bei meinen Wochenbettbesuchen bade ich als Hebamme daher das Baby meist erst nachdem der Nabelschnurrest abgefallen ist.

Wann und vor allem wie oft das Baby baden?
Eine wirklich wichtige Frage, die dich sicher sehr interessiert. Vorab solltest du wissen, dass das Babybad weniger der Reinigung, sondern viel mehr der Bindung dient. Zum Reinigen kannst Du auch eine Katzenwäsche mit einem Waschlappen durchführen. Ein Neugeborenes schwitzt nicht und macht sich natürlich auch noch nicht dreckig. Ein Baby genießt schlicht weg das warme Wasser und kann sich im Wasser oft gut entspannen.
Laut Empfehlungen von Hautärzten sollten das Baby nur 1-2 mal in der Woche gebadet werden. Ich sehe jedoch keinen Grund, warum es nicht auch öfter stattfinden kann. Wichtig ist hier, dass ihr generell auf Badezusätze, wie Schaum oder Seife unbedingt verzichtet, da diese den empfindlichen Säureschutzfilm der Haut zerstören. Ein bisschen Öl im Wasser hingegen ist perfekt, da es einen schützenden Film auf Babys Haut legt.

Vorsicht: Das Öl sparsam dosieren! Ansonsten wird es glitschig und es fällt schwerer, das Kind zu halten.

Das musst du dir vor dem ersten Babybad bereit legen:
• Badethermometer
• Handtuch/Kapuzentuch
• Wickelunterlage
• frische Windel
• Wechselsachen
Viel Spaß beim Babybad! :)